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  1. Muhammad Asad (1900–1992) – Unverstandener Grenzgänger und gefeierter Brückenbauer
    Dieser Beitrag beschäftigt sich mit Muhammad Asad, einem altösterreichischen sowie kosmopolitischen islamischen Denker und Koranübersetzer des 20. Jahrhunderts. Zunächst werden die Schwierigkeit der Einordnung sowie die vielfältigen Zuschreibungen Asads Person gegenüber angesprochen. Während zu Lebzeiten die Anerkennung seines Denkens weitgehend ausblieb, verstärkte sich in unserer Zeit das Interesse an Muhammad Asad, vor allem im deutschsprachigen Raum. Der Text zeichnet die vielen Stationen in Asads Leben nach und endet mit einem nachdenklichen Blick auf den faszinierenden, kritischen, seiner Zeit voraus seienden, am Lebensende auch resignierten Menschen, der Muhammad Asad war.
  2. Erzieherische Aspekte des Fastens
    Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem Thema Fasten im Monat Ramadan. Nach einer allgemeinen Einführung wird auf vier Dimensionen des Fastens eingegangen: religiös, körperlich, seelisch/spirituell sowie sozial. Anhand dieser Dimensionen wird versucht, einige erzieherische Aspekte, die das Fasten mit sich bringt, wiederzugeben und zu erörtern.
  3. Der Prophet Muhammad als Mensch
    Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem Propheten Muhammad als Menschen. Nach einer allgemeinen Einführung über die Stellung des Propheten im Islam und die Vorstellungen der Muslime über seine Person wird anhand einiger Beispiele aus dem Koran und der Sunna versucht, die menschliche Komponente seines Daseins aufzuzeigen.
  4. Erlaubt der Koran Männern, Frauen zu schlagen?
    Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit der Sure 4:34 des Korans. Diese Textstelle wird sowohl von nicht-muslimischer Seite oftmals als Anfrage an muslimische Gesprächspartner thematisiert und hat zudem gerade seit dem 20. Jahrhundert auch innermuslimisch zu vielen Diskussionen geführt: Die Debatte dreht sich um die Frage, ob der Koran Männern erlaubt, ihre Ehefrauen zu schlagen, und wie das heute zu verstehen ist.
  5. Muslime und Nationalsozialismus
    Dieser Beitrag wirft einen Blick auf die Rolle, die Muslime in der Zeit von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg spielten, wobei die Forschung darüber noch im Gange ist und aufgrund der Komplexität nur schwer generelle Aussagen zu treffen sind. Muslime kämpften sowohl auf Seiten der Achse als auf jener der Alliierten und waren so als Opfer wie Täter in die Kriegsgeschehnisse und –verbrechen involviert. Vor dem Krieg stand der Großteil der muslimischen Länder unter Fremdherrschaft, es war eine Zeit von Aufruhr und Unabhängigkeitsbestrebungen. Alle Kriegsmächte versuchten mittels Propaganda, die Muslime auf ihre Seite zu ziehen und stellten sich als Beschützer des Islam dar. Vor dem Hintergrund zionistischer Einwanderung in Palästina nahmen antisemitsche Äußerungen und Übergriffe in der arabischen Welt zu, auch wenn sich diese Radikalisierung nicht allein auf die Palästinafrage reduzieren lässt. Die ideologische Beziehung zwischen muslimischer Welt, Islamismus und Nationalsozialismus wird in der Forschung kontrovers beurteilt. Ein Beispiel dafür ist die Einordnung der Rolle des Großmuftis von Jerusalem. Zehntausende von Muslimen vor allem aus der Sowjetunion kämpten in Wehrmacht und SS, weshalb sie nach Kriegsende repatriiert und am Galgen oder im Gulag endeten. Ebenso wie es Kollaborateure, Profiteure und Opfer unter Muslimen gab, gab es auch muslimische Helfer für die jüdische Bevölkerung angesichts der Verfolgung durch die Nazis, was mit dem Fall der Albaner exemplarisch aufgezeigt wird.
  6. Taqīya - Freifahrtschein für interreligiöse Verschleierungstaktik?
    Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit der taqīya im Islam. Es wird zunächst auf die etymologischen Wurzeln eingegangen und im Anschluss zu einer kurzen islamwissenschaftlichen Einordnung bezüglich der Unterschiede zwischen sunnitischer und schiitischer Handhabe übergegangen.
  7. Iǧmāʿ - Konsens als Methode der islamischen Rechtsfindung
    Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem Thema iǧmāʿ und der Methode des Konsenses in der islamischen Rechtsfindung. Dieser Artikel eignet sich insbesondere als Vertiefung der allgemeineren Informationen zur Methodologie in der islamischen Rechtsfindung (uṣūl al-fiqh).
  8. Über das Recht zur positiven und negativen Religionsfreiheit im Islam
    Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem Thema der Religionsfreiheit im Islam. Nach einer allgemeinen Einführung wird anhand der Quellenlage und der gegenwärtigen Situation erörtert, wie mit dem durch die allgemeine Charta der Menschenrechte verbrieften Recht auf Religionsfreiheit islamisch umgegangen werden kann.
  9. Die Problematik von Fatwā-Diensten im Netz
    Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit der Problematik von Fatwā-Diensten im Netz. Nach einer allgemeinen Einführung über Fatwās wird anhand einiger Beispiele deren Wirkung in der Öffentlichkeit aufgezeigt, um in einem nächsten Schritt näher auf die verschiedenen Fatwā-Dienste einzugehen und sich mit deren Inhalten auseinanderzusetzen.
  10. Mohamed Talbi und sein Islamverständnis
    Dieser Beitrag befasst sich mit dem tunesischen islamischen Denker Mohamed Talbi, der am 1. Mai 2017 im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Zentral in seinem Denken ist die Stellung der Freiheit des Individuums sowie eine historisch-dynamische Lesart des Korans. Als menschengemachtes Werk lehnt Talbi die Scharia ab bzw. fordert er ein Überdenken derselben, was unserer heutigen Realität entspricht. Talbi, der sich als "koranischen Muslim" bezeichnete, gilt als einflussreicher, kritischer sowie auch umstrittener Denker, der provozierte, und gleichzeitig als tief gläubiger, im Islam fest verwurzelter Mensch, der seine Religion in gänzlicher, persönlicher Freiheit lebte. Dieselbe Freiheit forderte er für alle Menschen als gleichrangige Mitglieder der Menschheitsfamilie und er begründete dies aus seinem Verständnis von Koran und Islam heraus.